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  Biografie  
Ich wurde 1980 in Marburg an der Lahn geboren und verlebte meine ersten Lebensjahre im wunderschönen Biedenkopf an der Lahn. Aber mit sieben Jahren verschlug es meine Familie und mich nach Hildesheim. Dort bekam ich mit neun Jahren zum ersten Mal die Gelegenheit, meinen ständigen Drang zu singen auch nach außen zu tragen: Der bekannte deutsche Kinderliedermacher Rolf Zuckowski, der schon oft mit meiner damaligen Grundschule zusammen gearbeitet hatte, suchte für zwei Wohltätigkeitskonzerte in Braunschweig wieder ein paar Kinder. Und so kam es, dass ich am Ende einen Solopart bekam: Als Vogelbaby in "Rolfs Vogelhochzeit".
 
Dieser Auftritt war meine Initialzündung - ich merkte, dass ich nicht nur gern singe, sondern dass es scheinbar auch ein paar Leute hören möchten. Fortan hat mich die Bühne nicht mehr losgelassen. Ich fing an, Gitarre zu lernen. Mit 12 habe ich auf einem Schulfest zum ersten Mal eigene Lieder - damals noch Kinderlieder - vorgetragen. Es dauerte dann aber wieder etwas, bis ich die Möglichkeit gekommen sah, mich wieder auf der Bühne zu präsentieren.
 
Erst mit 17 hatte mich die Bühne wieder - wenn auch "nur" im Team, aber das war auch gut so: Wir hatten eine Musical-AG an unserer Schule - dem Scharnhorstgymnasium in Hildesheim -, und die Schauspielerei machte mir anfangs doch noch etwas Angst, aber die wurde mir schnell genommen. Zwar bekam ich dort meist die komischen Rollen zugewiesen, aber auch diese Seite an mir fing an, mir Spaß zu machen, zumal sie sich mit Musik kombinieren ließ. So war ich bald auch auf diversen anderen Schulveranstaltungen als musikalischer Spaßmacher vom Dienst zu erleben, bei denen ich mich teilweise selbst mit Gitarre begleitete oder aber die Musik von selbst produzierten Bändern kommen ließ. Noch mehr musikalischen Teamgeist, aber auch einige gesangliche Rafinessen brachte mir die Mitgliedschaft im Schulchor ein.
 
So sehr mir die Musikcomedy Spaß machte, so wollte ich mich nicht darauf reduzieren lassen. Daher gab es auch Schulveranstaltungen, in denen ich mich als Musiker mit ernsten Themen zeigen wollte. Ich ließ mich von meinem Musiklehrer Jochen Biermann auf dem Flügel begleiten und bot dem Publikum in schöner Regelmäßigkeit schwermütige Balladen, die weniger tiefsinnig als vielmehr kitschüberladen die Liebesnöte eines Spätteenagers - also mich - schilderten. Mein größter Respekt gilt Herrn Biermann, der all die Jahre diese Auswüchse meines Schaffens so tapfer durchgehalten hat... Auch wenn es für mich damals wichtig war, solche Lieder zu schreiben, so verstehe ich aus heutiger Sicht voll und ganz, dass diese Auftritte nur selten von Erfolg gekrönt waren.
 
Nachdem meine Schulzeit beendet war, stand ich vor neuen Herausforderungen, hatte ich doch keinen Musiklehrer mehr, der mich auf dem Flügel begleitete. Ferner war mir mit der Schulaula die größte und eigentlich auch einzige richtige Plattform für meine Darbietungen genommen worden. Wohin sollte ich mich entwickeln? Meine Mitwirkung in Bands war nie von langer Dauer; zu sehr bin ich der Liedermacher, der auf der einen Seite wenig Lust hat, einfach nur Songs zu covern, sich auf der anderen Seite bei eigenen Liedern aber auch zu wenig kompromissbereit zeigt. Erste Anläufe als Stand-up-Comedian haben mir zwar Spaß gemacht, aber zu meinem Hauptbetätigungsfeld wird das wohl nie werden. Die Musik ist und bleibt mein Fachgebiet Nr 1.
 
Also arbeitete ich zunächst stark an meinen Fähigkeiten als Gitarrist und begann, meine Lieder nicht mehr an der Elektronischen Orgel, sondern mit Hilfe der Gitarre zu schreiben. Das war auch wirklich gut so, denn dadurch entwickelte ich mich erstaunlich schnell vom schnulzigen Herzschmerzbarden zum gitarrenlastigen Folkrocker. So bildeten meine spaßigen Nummern auch keinen unüberwindbaren Kontrast mehr zu meinem übrigen Programm, nein, es wurde immer klarer, dass - wie bei vielen anderen Liedermachern auch - die witzigen und die sehnsuchtsvollen Stücke sehr gut nebeneinander funktionieren. Man schildert seine Gedanken, Gefühle und Beobachtungen nur aus einer anderen Perspektive.
 
Man brauchte nun nur noch Gelegenheit, seine neue Musik einem Publikum zu präsentieren. So bot ich mich einfach noch einmal dem Scharnhorstgymnasium an: Für ein Konzert für einen guten Zweck. Und die Rechnung ging auf. Mit einem neuen guten Freund - dem Keyboarder Micha Skrotzki, mit dem ich auch heute noch oft und gern zusammenarbeite - und einigen anderen Mitwirkenden bestritt ich mein erstes abendfüllendes Konzert. Damit wurde der Grundstein für den neuen Kai Olaf gelegt.
 
Durch Hörensagen erfuhr ich vom Faust in Hannover, ein Veranstaltungsort, der unter anderem auch unbekannten Talenten beim "Talentcontest" eine Chance gab. Vier Jahre war ich dort Dauergast, so dass ich bei den letzten Wettbewerben sogar gute Platzierungen erreichen konnte. In dieser Zeit trat ich auch öfters zusammen mit dem Bassisten Simon Nordmann unter dem Namen "Simon & Kai Funkel" auf. Leider gibt es den Contest nicht mehr, und das Duo Simon & Kai Funkel schläft einen Dornröschenschlaf, dessen beizeitiges Erwachen nicht ausgeschlossen ist.
 
Doch erst seit 2004/2005 kam der Stein wirklich ins Rollen. Mehr und mehr Leute wurden auf mich aufmerksam und besuchen diverse Auftritte von mir. Als besondere Eckdaten seien hier die Hildesheimer Singer-Songwriternacht und die Offene Bühne im Anderen Kino in Lehrte erwähnt. Bei letzterer bin ich Stammgast, und vor allem von dort aus konnte ich etliche Folgeauftritte erzielen.
 
Ende 2005 verzeichnete ich noch einen Erfolg der ganz anderen Sorte, als es ein Songtext von mir auf das immer noch aktuelle Album von Nino de Angelo schaffte. Bisher war dies mein einziges Werk für einen anderen Künstler, aber ich hoffe sehr, dass sich so etwas beizeiten wiederholen lässt.
 
Der nächste Erfolgsschub kam mit der Erstellung meiner Seite auf myspace. So werden noch wesentlich mehr Leute auf mich aufmerksam als mit meiner Homepage, und ab und zu schreiben mich auch Leute weit außerhalb der Region an, um mich für einen Auftritt zu gewinnen. Seither bin ich des Öfteren auch mal mit dem Zug durch Deutschland unterwegs, um z.B. in der Eifel, Hamburg, Wiesbaden oder Karlsruhe aufzutreten. Über myspace stieß auch Uli Kretschmer auf mich, ein ambitionierter Liedermacher mit eigenem Musikverlag, der mich bei sich unter Vertrag genommen hat.
 
Seit einiger Zeit bastele ich nun auch an meinem ersten "richtigen" Album, dessen Veröffentlichung sich aber immer wieder nach hinten verschoben hat. Ich bin deswegen vorsichtig mit Prognosen geworden, auch wenn es wirklich langsam höchste Zeit wird, habe ich doch inzwischen bei etlichen Songslams sehr gut abgeschnitten, oftmals auch mit Platz 1, und Ende 2009 absolvierte ich sogar mit "Die unglückliche Ballade des Verschmähten" meinen ersten Fernsehauftritt mit eigenem Material. Inzwischen organisiere ich auch selbst einige Veranstaltungen mit mehreren Künstlern, denn die regionale und überregionale Szene hat so viele tolle Leute, die gefördert werden müssen. Die Musikszene hat mich mehr und mehr, und ich freue mich auch die nächsten Jahre!
 
Kai-Olaf Stehrenberg
Oktober 2005, update Januar 2010